Fotoabzüge

Fotografieren

Das Geheimnis fachmännischer Fotos besteht in der perfekten Synthese aus vielfältigen Einzelkomponenten , wie etwa der Lichtsetzung , Kontrasteffekten oder dem Bildaufbau . Allerdings erlaubt die Kenntnis der essentiellen Merkmale einer anspruchsvollen Fotografie ebenso dem Hobbyanwender durchaus gelungene Ergebnisse. Insofern seien dem Interessierten an dieser Stelle professionelle Gestaltungstipps an die Hand gegeben, die nicht nur unkompliziert zu realisieren sind, sondern auch an Hand der gelieferten Resultate überzeugen.

Das bestimmende Grundprinzip jeglicher Fotografie besteht, unabhängig von Motiv oder transportierter Stimmung des Objekts beziehungsweise der Szenerie, in einer durchweg harmonischen Inszenierung. Ein Aktmodell, das seinen Kopf beispielsweise in Richtung Lichtquelle neigt, erfährt eine weiche Ausleuchtung, die der Haut sowie den Gesichtszügen schmeichelt. Perfekte Eleganz im Detail ergibt sich ferner durch Arrangements, wie der sich als dezenter Lichtreflex im Auge der Person widerspiegelnden Softbox oder eines attraktiven Kontrasts des nackten Modells, das mit ausgefallenen Schmuckstücken inszeniert wird. Zudem sorgt die Anwendung des sogenannten Goldenen Schnitts (zum Beispiel nehmen die dunklen Bereiche im Bild etwa zwei Drittel des gesamten Motivs ein) für eine ausgeglichene Anordnung.
In diesem Zusammenhang erweisen sich eine harte Lichtsetzung, die bei einer frontalen Pose Hautunebenheiten hervorruft oder durch Streiflicht optische Täuschungen wie eine schief wirkende Nasenpartie bedingt, dominante Attribute (beispielsweise eine beherrschende Faust unter dem Kinn) oder aber eine spannungsarme Bildaufteilung, bei der helle und dunkle Bereiche ähnlich viel Fläche ausfüllen als nachteilig.

Starke Pose

Um ansprechende, erfolgreiche Darbietungen erzielen zu können, bedarf es zweier grundlegender Überlegungen zur Pose: Licht und Perspektive.
Für eine Reihe von Motiven empfiehlt sich eine Kombination aus Tages- und Heißlicht, welche dem Objekt einen warmen Ton verleiht und bei durchdachter Arrangierung mit der hintergründigen (beispielsweise goldbraunen) Wandfarbe harmoniert. Eingebrachtes Spitzlicht sorgt zudem für interessante Kontraste und lässt bestimmte Partien des Gesichts durch Lichtkanten betonen.
Obgleich, nicht ganz grundlos, von Porträts in der Froschperspektive oft abgeraten wird, hängt ihr Einsatz in erster Linie vom Motiv ab. Während es bei korpulenteren Personen zu einer unvorteilhaften Wirkung (etwa Betonung des Doppelkinns) kommen kann, verleiht ein selbstbewusster Blick eines passenden Fotomodells dem Bild eine majestätische Anmutung.

Streiflicht

Bei überlegtem Einsatz betont seitlich einfallendes Streiflicht Profil und Silhouette, da der Fotograf (mit hellen Vorhängen) die Lichtsetzung gezielt beeinflusst. Dabei wird sichtbares Licht leicht abgeschirmt und Schattenbereiche erfahren eine deutliche Aufhellung. Damit der Helligkeitskontrast zwischen Landschaft und Objekt allerdings nicht zu groß ist, muss letzteres mittels eines weißen Reflektors, welcher das Sonnenlicht in einem natürlich- neutralen Ton wiedergibt, aufgehellt werden.

Kreative Unschärfe

Dynamik kann unter Verwendung vieler Gestaltungsmöglichkeiten erzeugt werden. Eines davon ist das Zusammenspiel zwischen einer kurzen Brennweite sowie einem geringen Abstand zum Motiv. Dabei kann der Größenkontrast bezüglich Vorder- und Hintergrund optimal ausgenutzt werden, zumal ein entscheidender Vorteil der kurzen Brennweite darin besteht, dass Objektive im Weitwinkelbereich meist lichtstärker sind.
Ebenso sind der Experimentierfreudigkeit mit Schärfeeinstellungen keine Grenzen gesetzt: mit einer großen Blendenöffnung von 4,0 justiert der Fotograf die Schärfe auf das nahe Motiv.
Zudem vermag „Available Light“ durch den bewussten Verzicht auf Blitzlicht sowie die Erhöhung der ISO- Zahl und der damit verbundenen, immer noch relativ kurzen Belichtungszeit (Blende 4) die Lichtstimmung originalgetreu zu erhalten.

Exakter Aufbau

Um sich die Bedeutung und Tragweite des bereits angesprochenen Goldenen Schnitts klar zu machen, empfiehlt sich eine Rastereinteilung des Motivs. Dabei sollten Rechteckformen entstehen, welche – angelehnt an die tatsächlichen Bildobjekte – ungefähr gleiche Größe aufzuweisen haben. Bei perfektem Arrangement befinden sich auf den Linienschnittpunkten die wichtigen Bildträger, sprich die zentralen Gegenstände oder Personen(gruppen). In der Regel wird dabei die Teilung des Formats im Verhältnis 1:2 angestrebt, wodurch die viel zitierte „ein Drittel- zwei Drittel- Wirkung“ herausgebildet wird.

High- Key und Low- Key

High- Key- Fotografien sind besonders in der Mode- und Beautybranche gefragt, da sie der Haut der Abgebildeten schmeicheln, indem kleine Fältchen oder Unebenheiten reduziert werden können. Auch auf Grund der Tatsache eines überbelichteten Hintergrunds überwiegen bei dieser Art der Aufnahmen in erster Line helle Farbtöne.
In diesem Zusammenhang bewahrheitet sich das Sprichwort, dass weniger manchmal eben doch mehr sei. Besonders ratsam erscheint der Hinweis, Fotos stets nur auf das Nötigste zu reduzieren, da sich enge Bildausschnitte vor allem dazu eignen die Aufmerksamkeit des Betrachters auf einen speziellen Aspekt zu legen.
Demgegenüber erzeugen Low- Key- Aufnahmen eine grundsätzlich geheimnisvolle Stimmung. Im Gegensatz zu den Lichtern sind die Schattenbereiche unterbelichtet – sie gehen ins tiefe Schwarz über und erscheinen daher prinzipiell kontrastreicher als ihre Pendants.

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